Wärmebrücken

Wärmebrücken sind Schwachstellen in der Gebäude-hülle, an denen im Vergleich zu den ungestörten - also wärmebrückenfreien - Bauteilflächen erhöhte Wärmeverluste auftreten. Diese Schwachstellen und die damit verbundenen erhöhten Wärmeabflüsse entstehen durch:  

 

-  Materialwechsel in den Bauteilebenen (z. B.   

   Ziegelmauerwerk an Beton oder Stahl).

 

-  Änderung der Bauteil- bzw. Gebäudegeometrie  

   ( z. B. bei Außenecken, wobei die innere Fläche 

   kleiner als die äußere Fläche ist und somit der

   Wärmestrom nach außen hin verstärkt wird).

 

-  Konstruktive Gegebenheiten (z. B. auskragende  

   Stahlbetondecke).

 

-  Fugen und Undichtigkeiten (bei unsachgemäßem  

   Einbau).   

 

 

Ortgangdetail

 

 

Insbesondere bei der nachträglichen Dämmung eines Gebäudes ist es daher besonders wichtig, auf eine ungestörte Dämmebene zu achten. An Stellen an denen dies nicht möglich ist, sollte der Weg für den Wärmeabfluss möglichst lang gestaltet werden, z. B. durch flankierende Dämmstreifen.

 

Werden Wärmebrücken nicht genügend beachtet, führt der erhöhte Wärmeabfluss zu niedrigen Oberflächen-temperaturen an den betreffenden Stellen, was wiederum zu Zugerscheinungen, Tauwasserausfall und Schimmelbildung führen kann, abgesehen vom hohen Energieverbrauch!

 

Durch den erhöhten Energieverbrauch müssen Wärme-brücken bei den energetischen Berechnungen und Nachweisen berücksichtigt werden. Die Norm bzw. Verordnung ermöglicht hierzu drei Wege:

 

1. Auf den U-Wert des ungestörten Bauteils wird  

   ein pauschaler Zuschlag von 0,10 W/m²K aufge-

   schlagen. Dieses ist erforderlich, wenn kein   

   detaillierter Nachweis geführt werden soll oder 

   kann. Das bedeutet z. B. für einen nach EnEV  

   vorgeschriebenen mindest U-Wert für eine   

   Außenwand von 0,24 W/m²K, einen Zuschlag von  

   0,1 W/m²K auf dann 0,34 W/m²K. Das hat eine Ver-

   schlechterung von ca. 42 % gegenüber dem unge-  

   störten Flächenbauteil in der energetischen  

   Bilanzierung zu folge!

 

2. Werden die in der Norm DIN 4108, Beiblatt 2,  

   definierten Konstruktions- und Musterdetails  

   gleichwertig verwendet(Gleichwertigkeitsnach-  

   weise sind zu führen), so verringert sich der  

   pauschale Zuschlag auf 0,05 W/m²K. Das bedeutet 

   eine Erhöhung des U-Wertes der oben genannten  

   Außenwand auf 0,29 W/m²K, was immer noch eine  

   Erhöhung von ca. 21 % in der Bilanzierung  

   bedeutet.

 

3. Bei der detaillierten Wärmebrückenberechnung  

   nach DIN EN ISO 10211 werden alle Wärmebrücken  

   mittels eines Finiteelemente-Programms be-   

   rechnet, mengenmäßig genau erfasst und der im  

   Ergebnis errechnete reale Wärmebrückenbeiwert  

   auf die Bauteil-U-Werte aufgeschlagen. Der  

   reale Beiwert ist i. d. R. deutlich geringer  

   (Zuschläge von < 0,02 W/m²K möglich) als der    

   oben genannte kleinere pauschale Beiwerte von  

   0,05 W/m²K. Der geringe Beiwert wird durch  

   optimierte Konstruktionen und Berechnungen  

   erreicht. Hierdurch erhöht sich der Bauteil- 

   U-Wert in der energetischen Bilanzierung um  

   z. T. deutlich weniger als 10 %  (z. B. bei der    Außenwand auf 0,26 W/m²K)  

 

Weiterhin werden durch diese Berechnungen die Oberflächentemperaturen dahingehend optimiert und erhöht, dass ein Tauwasserausfall und somit auch das Schimmelpilzrisiko minimiert wird. 

 

Bedeutend ist, insbesondere beim Neubau, dass bei detaillierter Wärmebrückenberechnung das Gebäude günstiger bilanziert werden kann. Dadurch können z. B. bessere KfW-Effizienzhausklassen erreicht werden, was wiederum höhere Förderungen durch die KfW bedeutet. Weiterhin kann durch die detaillierte Wärmebrückenberechnung die Dämmstoffstärke und Qualität in den ungestörten Bauteilflächen in wirtschaftlicher hinsicht optimiert werden. Durch die mögliche Verringerung von Dämmstoffdicken

können nicht unerhebliche Kosten eingespart werden!

 

Die Investition für eine detaillierte Wärmebrücken-berechnung von ca. 1.250 € brutto für ein Standard - Einfamilienhaus rechnet sich i. d. R. immer aufgrund der oben genannten Vorteile!  

(Die Kosten sind Abhängig von der Komplexität und Anzahl der Wärmebrücken) 

 

Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben, berate ich Sie gern persönlich hinsichtlich der Wärmebrücken-nachweise und dessen Auswirkungen. Ich unterbreite Ihnen ein individuelles Angebot für die Berechnung und Dokumentation der Wärmebrücken für Ihr Bauvorhaben.